Entartete Kunst – Ralph Morgenstern

EntarteteKunst_HPDer Fall Cornelius Gurlitt von Ronald Harwood
mit Boris Aljinovic, Anika Mauer, Ralph Morgenstern, Udo Samel
Regie Torsten Fischer

URAUFFÜHRUNG am 4. Oktober 2015
Tickets online kaufen

Cornelius Gurlitt – ein bescheidener, älterer Herr – fällt bei der Einreise von der Schweiz nach Deutschland dem bayerischen Zoll auf. Die Beamten wundern sich, dass dieser unauffällige Mann knapp 10.000 € an Bargeld mit sich führt. Nämlich genau die Summe, die man ohne Anmeldepflicht beim Zoll, transportieren darf. Routinemäßige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fördern Erstaunliches zutage. Der Mann ist nie einer geregelten Arbeit nachgegangen, bezieht keine Rente, hat keinerlei Einkünfte, kein Bankkonto und hat auch noch nie in seinem Leben Steuern bezahlt. Wovon lebt dieser Mann, der in München eine teure Luxuswohnung in bevorzugter Gegend bewohnt?

Und damit nicht genug: Er besitzt eine riesige Sammlung moderner Kunst. Der geschätzte Wert mindestens eine Milliarde Euro – bis dato genau so unsichtbar und nicht existierend wie ihr Besitzer. Von einem Milliardenschatz ist schnell die Rede. Nachdem das Magazin FOCUS im Herbst 2013 die Geschichte aufgedeckt hatte, geht es aber sehr schnell um viel mehr, als „nur“ um Bilder von z. B. Liebermann, Cézanne, Monet, Picasso, Renoir, Kirchner, Klee, Munch, Nolde. Es geht um Raubkunst, denn Hildebrandt Gurlitt, Cornelius Gurlitts Vater, arbeitete als Kunsthändler für die Nazis. Trotz seiner jüdischen Herkunft war es sein Auftrag, die aus deutschen Museen beschlagnahmte „Entartete Kunst“ ins Ausland zu verkaufen. Und ganz nebenher hat er auch Bilder für seine eigene Sammlung erworben. Mit diesen vom Vater 1956 geerbten Bildern verbarrikadierte sich Cornelius Gurlitt in seiner Wohnung. „Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt in meinem Leben“, sagte er in seinem einzigen Interview, kurz bevor er im Mai 2014 starb. Das Theaterstück von Ronald Harwood erzählt uns seine Geschichte und es ist keine Dokumentation, wie der Autor ausdrücklich betont.